Trauertage

Die ersten Tage waren krass.
 Wir wussten nicht, woran Teo gestorben war. 
Ersthelfer, Notarzt, Polizei, Kripo, Notfallseelsorge - 
sie alle sind da gewesen. 
Und dann kamen diese ersten Tage 
 ... total unwirklich ...


 Ein bunter Sarg für Teo

Wir haben Teos Sarg bemalt. 
Ich habe mich vorher gefragt, wie sich das wohl anfühlt. Und ich kann sagen: Es war richtig gut. 
Schwer war es auch! 

Zum Glück konnten wir es zu Hause machen - die  Garage ist eine ehemalige Malerwerkstatt. 
So konnten wir kommen und gehen, Pause machen und weitermalen wie es gut für uns war. 

Trauerkarte

Unsere Tochter hat die Trauerkarte gestaltet.


Gedenkkärtchen

Diesen Ausschnitt vom Sarg haben wir auf Teos Gedenkkärtchen drucken lassen, die bei der Beerdigung verteilt wurden.


Das Soziale Netz

Es heißt immer, auf dem Dorf ist die Welt noch in Ordnung, da funktioniert es noch, das Soziale Netz. Ich weiß nicht warum, aber mir war das immer ein total theoretisches Bild, dieses Netz. Doch als Teo gestorben ist, da hab ich es plötzlich gespürt, da hab ich es erlebt, da war es da - das soziale Netz. Es war wirklich unglaublich. So viele Menschen waren da, haben an uns gedacht, mit uns getrauert, für uns gebetet, gekocht, das Haus umgeräumt, die Kinder genommen, uns so viel Halt gegeben. 

Unsere Clique hat eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Unten der Text, den ich mir vorlesen lassen musste, weil bei den lieben Worte immer so viele Tränen da waren, dass ich nichts mehr sehen konnte.


Freunde 

Vor fünfzehn Jahren kam Teo zu uns – und war schnell Teil unserer Clique. Neu im kalten Deutschland, mit einem Schal bis zum Kinn und einem Lachen, das jedes Eis gebrochen hat. Er war der, der uns alle mitgerissen hat. Immer einen Plan, ein Lachen, eine Idee – immer ehrgeizig und engagiert.


Aber was ihn wirklich besonders gemacht hat, war sein feines Gespür für andere. Er war einer, der zuhört. Der merkt, wenn etwas nicht stimmt. Der nie nur an sich denkt, sondern sich immer für andere einsetzte. Vielleicht war es sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, vielleicht einfach sein großes Herz – aber Teo war jemand, auf den man zählen konnte.


Familie war Teos Leben – dafür schlug sein Herz. Für seine liebe Frau Regina. Für seine fünf jungen Kinder. Er wollte ihnen die Welt zeigen, Erlebnisse, Erfahrungen und Werte vermitteln. Mit Wärme, Großzügigkeit, und Gastfreundschaft war auch zuhause jeder willkommen.


Teo hatte noch viele Pläne. Doch jetzt wurde er plötzlich und unerwartet, mit erst 40 Jahren, aus dem Leben gerissen. Was bleibt, ist eine Lücke – in unseren Herzen und in unserer Mitte, in seiner Familie, in der Zukunft, die er nicht mehr mitgestalten kann.


Wir, Teos Freunde, wollen das tun, was er getan hätte: Verantwortung übernehmen, in unserer Trauer und dem Schmerz aufgrund dieses großen Verlustes in unseren Reihen nach vorn schauen, gemeinsam tragen, was gerade zu schwer ist. Für unsere Freundin – seine Frau. Für seine Kinder. Für die Zukunft seiner Familie, die Unterstützung braucht. Mit dieser Spendenaktion möchten wir sie finanziell unterstützen – damit zumindest die materiellen Sorgen der kommenden Zeit etwas kleiner werden (z.B. für neue Kleidung, Bücher, Schulsachen, Ausflüge um Erinnerungen zu schaffen, Geräte die kaputt gehen und neu beschafft werden müssen)


Wenn ihr könnt, helft uns dabei. Jeder Beitrag – ob groß oder klein – macht einen Unterschied. Für Teos Familie. Und für ein Stück Zukunft, das trotz allem möglich sein soll.


Denn wenn wir eines von Teo gelernt haben, dann: Auch in schwierigen Zeiten gemeinsam vorwärtszugehen.


Lieber Teo, wir behalten dich in unserer Mitte und wir packen es an! Versprochen.


Deine Freunde 


Heimat


Teo kam aus Mosambik. Zur Beerdigung hat seine Familie dort sich zeitgleich getroffen. Sie haben gesungen, gebetet, sich verabschiedet und uns später ein Video geschickt. So waren wir auf eine tiefe, wichtige und besondere Weise verbunden, über tausende Kilometer hinweg.
Teos afrikanische Community hier in Deutschland war auch einfach nur da, in so großer Zahl und von so vielen Orten sind so viele gekommen, um für Teo zu singen, zu beten, Tschüs zu sagen, uns beizustehen. 

Der Gottesdienst hier bei uns, in unserer völlig überfüllten Dorfkirche war so schön. 
So schade, dass Teo selbst nicht dabei war und das miterlebt hat. 
Klingt verrückt, oder? Aber meine Kollegin, die die Trauerfeier geleitet hat, sagt immer sehr offensiv: "Ja, eine Beerdigung darf schön sein! Wir dürfen das auch so benennen. Schön und traurig geht beides gleichzeitig." 

 

Danksagung

Es waren so viele Karten, die wir bekommen haben! Das war wirklich unglaublich und ich bin sehr dankbar für die vielen Beileidsbekundungen und lieben Worte!  Unsere Danksagung haben wir digital verbreitet.